Eine Tüte steht auf einem Verkaufstresen

Etwas Besonderes schaffen – Goldschmiede Nissen

Doreen von Oesen-Klein 18. Dezember 2019 

Wulsdorf. Bremerhavens Süden. Ein Stadtteil mit einem aussterbenden Zentrum. An der Hauptverkehrsader Weserstraße trifft man auf viele Geschäfte, die dauerhaft geschlossen haben. 2020 soll der Ortskern wieder lebendiger werden. Ich laufe an staubigen und leeren Schaufenstern vorbei, auf dem Weg zu einem besonderen Handwerksbetrieb, den es hier seit 1994 gibt. Mein Lichtblick: Weserstraße 72. Goldschmiede Nissen. Seit über 50 Jahren am Markt und mittlerweile in zweiter Generation geführt, fertigt Britta Nissen mit ihrem Team feinste Präzessionen. Im Interview spricht Nissen mit mir über ihren Werdegang in der Handwerkskunst, Tradition und die Liebe zum Beruf.

Hinter den Kulissen

Britta Nissen öffnet mir die Tür und strahlt direkt. Sie wirkt authentisch warmherzig, sympathisch. Sie arbeitet in ihrer Werkstatt mit zwei Goldschmiedinnen zusammen und beschäftigt daneben noch zwei Mitarbeiter im Verkauf. Während unseres Gesprächs wird schnell deutlich: Service, Herzlichkeit und Vertrauen stehen hier an erster Stelle. Heute erscheinen einige Kunden. Man kennt sich. Batteriewechsel. Reparatur. Solche Dinge laufen nebenbei. ,,Komm heute Nachmittag wieder rein“, sagt Nissen freundlich. Stammkunden, die sich hier immer gut aufgehoben fühlen.

Wulsdorf. Bremerhavens Süden. Ein Stadtteil mit einem aussterbenden Zentrum. An der Hauptverkehrsader Weserstraße trifft man auf viele Geschäfte, die dauerhaft geschlossen haben. 2020 soll der Ortskern wieder lebendiger werden. Ich laufe an staubigen und leeren Schaufenstern vorbei, auf dem Weg zu einem besonderen Handwerksbetrieb, den es hier seit 1994 gibt. Mein Lichtblick: Weserstraße 72. Goldschmiede Nissen. Seit über 50 Jahren am Markt und mittlerweile in zweiter Generation geführt, fertigt Britta Nissen mit ihrem Team feinste Präzessionen. Im Interview spricht Nissen mit mir über ihren Werdegang in der Handwerkskunst, Tradition und die Liebe zum Beruf.

Hinter den Kulissen

Britta Nissen öffnet mir die Tür und strahlt direkt. Sie wirkt authentisch warmherzig, sympathisch. Sie arbeitet in ihrer Werkstatt mit zwei Goldschmiedinnen zusammen und beschäftigt daneben noch zwei Mitarbeiter im Verkauf. Während unseres Gesprächs wird schnell deutlich: Service, Herzlichkeit und Vertrauen stehen hier an erster Stelle. Heute erscheinen einige Kunden. Man kennt sich. Batteriewechsel. Reparatur. Solche Dinge laufen nebenbei. ,,Komm heute Nachmittag wieder rein“, sagt Nissen freundlich. Stammkunden, die sich hier immer gut aufgehoben fühlen.

Ich schaue mich in dem Geschäft um und bleibe bei den alten Werkzeugen, die hier ausgestellt sind, hängen. Nissen ist in der Branche großgeworden. Ihr Vater machte sich als Uhrmachermeister selbständig als sie zwei Jahre alt war. Dadurch ist hier ein kleines Museum entstanden mit alten Werkzeugen, die sich über all die Jahre ansammelten. Einige Goldschmiedewerkzeuge werden bei Restaurationen sogar heute noch benutzt.

Erster Kundenauftrag mit 13 Jahren

Britta Nissen bewunderte bereits als kleines Mädchen die filigrane Arbeit mit schönen Dingen wie Schmuck und Uhren. Geprägt durch die Selbstständigkeit ihrer Eltern brachte sie sich früh mit ein und hatte als Jugendliche bereits ihren ersten Auftrag. ,,Eigentlich wollte ich Lehramt oder Archäologie studieren, reiste dann aber erst eine Zeit lang durch Südfrankreich, bis der feste Entschluss kam: Goldschmiedin soll es werden“, so Nissen. Mit großem Interesse an Edelsteinen, fasziniert von der Farbenvielfalt, lag ihr Ausbildungsfokus bei Diamanten und Edelsteinen. Es folgte eine Zusatzausbildung für Perlen und sie lernte Kauffrau für Juwelen, bevor es in die Goldschmiedekunst ging, mit abschließender Meisterprüfung. Auf einen Ausbildungsplatz kamen damals 186 Bewerber – Britta Nissen setze sich durch.

Rückkehr in die Heimatstadt

Nach ihrer Ausbildung kehrte Nissen Bremerhaven zunächst zehn Jahre lang den Rücken zu und arbeitete in verschieden Betrieben. „Das war der größte Gefallen, den mein Vater mir tun konnte. Eigene Berufserfahrung sammeln zu können und nicht als Fräulein Nissen zu starten“, erzählt sie rückblickend. Die gesundheitliche Lage ihres Vaters führte dann dazu, dass Nissen wieder nach Bremerhaven zog und den Familienbetrieb am Hauptbahnhof übernahm. Die Goldschmiede hat sie mit den Jahren selbst neu aufgebaut, das Geschäft in Wulsdorf ist mittlerweile ihr Hauptstandbein.

Ändern kann man alles

Goldschmied ist ein traditioneller Beruf. Doch wie kann er in der heutigen Zeit überleben? Mittlerweile können Kunden mittels moderner Technik kreativ mitwirken. Mit solchen Grafikprogrammen wird bei Nissen jedoch nicht gearbeitet und das ist wohl das Besondere an dieser Schmiede. Entwürfe von Schmuckstücken werden hier noch per Hand gezeichnet. Heutzutage eine Seltenheit. Ein Erbstück, das nicht mehr zeitgemäß ist, individuell angefertigte Trauringe oder Schmuckstücke, die nicht passen. Ändern und Umarbeiten kann man alles. „Gedanklich baue ich das Schmuckstück während der Beratung schon mit“, erzählt Nissen.

Hurra, Sie hat Ja gesagt

,,Viele junge Menschen schätzen wieder die hochwertige Arbeit, die wir leisten“, berichtet Britta Nissen. ,,Wir Goldschmiede sind so nicht zu ersetzen. Wir schaffen etwas Besonderes.“ Nissen liebt ihren Beruf nicht nur, weil er vielfältig und kreativ ist, sondern auch, weil es ihr so viel Freude bereitet, Menschen kennen zu lernen und gemeinsam einen Weg zu finden. Und wenn dann nach Feierabend eine E-Mail ankommt, wo sich ein junger Mann für den schönen Antragsring bedankt und mitteilt, dass seine Angebetete Ja gesagt hat, weiß Nissen, dass sie alles richtig gemacht, sich vor über 30 Jahren für diesen Beruf zu entscheiden.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9 bis 18 Uhr
Sonnabend: 9.30 bis 13 Uhr

Adresse:
Weserstraße 72
27572 Bremerhaven

Telefon: 0471 7 25 79
E-Mail: info@goldschmiede-nissen.de

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